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Et oui, ich bin in Paris und habe die letzten beiden Tage in Künstlerateliers in Belleville verbracht. Portes ouvertes des ateliers d’artistes de Belleville hieß es letztes Wochenende in Paris. Über 150 Ateliers standen Besuchern offen, ob Maler, Bildhauer, underground Art, Design-Objekte… hier ließen sich alle möglichen Kunstobjekte bewundern, manchmal war sogar der Künstler selbst das Kunstobjekt.

Hubert zum Beispiel erzählt mir in seinem orangefarbenen Anzug von seiner Kunst und seinem Leben in Brasilien. In ihm steckt eine gute Portion Wahnsinn, den ein Künstler in Paris wahrscheinlich haben muss. Seine Kunst ist zwar etwas eigenartig, dafür ist mir ein Plausch mit ihm schon Unterhaltung genug. Sein Atelier befindet sich in dem Hinterhof “La Forge” (Die Schmiede). Wenn man mich hier unwissend in welcher Stadt ich mich befinde aussetzte, würde ich eher auf Berlin tippen als auf Paris. Jenseits des “Schick” ist hier alles voller künstlerischem Graffiti und anderen sonderbaren Objekten, in Berlin würde man sagen “abgefuckt”, was eigentlich so gar nicht zu Paris passt.

Ein anderer Künstler bietet Collagen mit dicken, nackten Männern. Sein Atelier ist voll davon. Anstatt uns persönlich zu begrüßen, liegt er schlafend auf seiner Couch, über ihm ein Schild “artiste sans avenir”. Irgendwie wundert mich das nicht…

Und neben der angebotenen Kunst lassen sich die schönsten Hinterhöfe und “lieux insolites” entdecken, die man sonst in Paris nicht zu Gesicht bekommen würde.

Hier eine Bildergalerie mit den schönsten Eindrücken aus den Ateliers.

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Und ein kleines Kunstwerk von John:


Wenn ich eins aus der französischen Fernsehlandschaft mitgenommen habe, dann ist es die Sendung Pékin Express. Schon Monate, bevor ich mein geliebtes Frankreich verließ machte ich mir Sorgen, wie ich die Sendung auch von Deutschland aus sehen kann. Zu meinem großen Glück, wurde die Staffel 2010 auch im Ausland freigegeben.
Nun aber zur Sendung.
Das Format gab es 2004 auch in Deutschland, allerdings nur mit mäßigem Erfolg. 10 Teams treten in 12 Etappen in fernen Ländern gegeneinander an. Es ist ein Rennen, an dessen Ende der Gewinner 100.000 € mit nach Hause nimmt. Jedoch ist hier niemand aufgrund des Geldes, vielmehr ist es die Abenteuerlust, die hier befriedigt wird. Per Autostop, zu Fuß, mit dem Fahrrad oder einem Boot und mit einem Euro pro Tag müssen die Kandidaten einen bestimmten Parcours absolvieren. Für die Nacht suchen die Teilnehmer bei den Einheimischen Unterschlupf. Der schnellste gewinnt die Etappe, das letzte Team fliegt raus. Klingt simpel, die Sendung ist aber Spannung pur in atemberaubenden Landschaften. Die Teams sind vom Sender M6 sorgfältig ausgesucht, um möglichst markantes oder explosives Material vor die Kamera zu bekommen. Mit Erfolg. Heftige Streitereien, große Tränen oder Emotionen, Feindseligkeiten zwischen Teams, Launen der unterschiedlichsten Charaktere… Ob Geschwister, beste Freunde, Paare, Vater und Sohn oder die sich vorher nicht kannten, die Konstellation der Teams ist sehr gelungen.

Letztes Jahr wurde gemunkelt, dass die Sendung nur Fake ist und schon vorher feststeht, wer Sieger ist. Ich habe jedoch selten eine Reality Show gesehen, die so authentisch ist und die Abenteuer der Kandidaten so realistisch darstellt. Einzig bei einigen Aufgaben kommen mir manchmal Zweifel. Bis auf ein Team haben alle den Fußmarsch durch die Wüste von Atacama gemeistert, die trockenste Wüste der Welt. 40 Kilometer mit 20Kg Rucksack und 15 Litern Wasser bei 45°C ohne Schatten. Wurde da nicht doch geschummelt? Egal! Die Sendung macht richtig Spaß und ich warte jede Woche gespannt darauf, bis ich sie endlich online sehen kann.

Noch ein letztes Wort: Chloé, je suis trop triste…

Sendungstipp:
Pékin Express, M6, jeden Dienstag um 20:50 Uhr und ab 23:00 auch im Internet unter www.m6replay.fr

Fotogalerie:

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Der Mauerpark in Prenzlauer Berg wäre in den Augen des Pariser Bürgermeisters ein Schandfleck. Hier liegt überall Müll, die Wiese ist abgenutzt, überall Graffiti, Hundehaufen… Dieser Park wäre für Paris ein regelrechter Alptraum. In Berlin ist er jedoch der Publikumsmagnet überhaupt, sobald die ersten Sonnenstrahlen auftauchen. Am heutigen Sonntag kommt man sich hier vor wie auf einem Festival. Neben dem großen, traditionellen Flohmarkt ist der spärliche Rasen voll mit Menschen. Überall gibt es Musiker, ganze Bands treten hier auf, Rauchschwaden von Grills durchziehen den Park, hier toben Kinder, dort Hunde… Die Stimmung könnte friedlicher nicht sein.

Pünktlich um 15 Uhr versammeln sich die Leute am kleinen Amphitheater, etwa 1.000 an der Zahl und warten gespannt auf den Karaokemeister, Joe Hatchiban. Jeden Sonntag kommt er mit seinem Lastenfahrrad und transportiert sein Karaokestudio in den Park. Das erste Lied singt er, dann darf jeder ran, egal ob Gesangstalent oder nicht. Die Stimmung zählt.

Ein kleiner Knirps betritt den runden Platz und möchte Billy Jean singen. Sein Gesang bringt das Publikum zum Lachen. Für Dieter Bohlens Sprüche wäre er das gefundene Fressen. Begeistern tut er  das Publikum trotzdem, mit seinem Tanz. Ein älterer Herr singt My Way mit angepasstem Text, der das Publikum begeistert. Joe Hatchibans Bearpit Karaoke ist Kult, sowohl für Berliner als auch für Touristen.

Wer einmal im Mauerpark einen sonnigen Sonntag verbracht hat der versteht, warum Berlin und Paris zwei Städte sind, die verschiedener nicht sein könnten.



Ein echter Tipp für Fans französischer Filme ist die Bar „Visite ma tente“ in Berlin Prenzlauer Berg. Hier finden jeden Sonntagabend Filmvorführungen von französischen Filmen statt.
Bei einem Glas Bordeaux oder einem Kronenbourg und einer Wurst- und Käseplatte kann man es sich in dieser französischen Bar bequem machen und der französischen Kinokunst frönen.

Die nächsten Vorführungen:

2. Mai: La graine et le mulet, Abdel Kechiche, 2007

9. Mai: Dans la brume électrique, Bertrand Tavernier, 2009

16. Mai: Au hasard Balthazar, Robert Bresson, 1966

23. Mai: Van Gogh, Maurice Pialat, 1991

30. Mai: L’avocat de la terreur, Barbet Schroeder, 2007

Adresse:
Bar « visite ma tente »
Christinenstr. 24
10119 Berlin
U2 Senefelderplatz


Das französische Pendant zu “Deutschland sucht den Superstar” ist eigentlich genauso schlecht wie in Deutschland. Einen Juror wie Dieter, der mit seinen Sprüchen der Show noch einen amüsanten Touch geben kann, gibt es hier nicht, die Juroren sind durch die Bank weg langweilig. Dafür hat die Sendung einen anderen Vorteil. Die Kandidaten in Frankreich sind sehr individuell und werden nicht gezwungen, am Ende von Dieter produzierte, schnulzige, Einheitsbrei-Lieder zu singen, die ihr Talent nicht im Geringsten herausstellen. Der Beweis: Camélia Jordana. Sie hat “La Nouvelle Star” zwar nicht gewonnen, galt aber lange als Favoritin. Sie hat ihren eigenen, unverkennbaren Stil, der sich stark von der breiten Masse abhebt.

Gerade ist ihr erstes Album erschienen. Mein Tipp: kaufen und genießen!

Hinweis zum Kauf französischer Musik aus dem Ausland:

Es ist nicht einfach, aus Deutschland französische Musik als MP3 im Internet zu kaufen. Denn das ist aus urheberrechtlichen Gründen nicht erlaubt. Bei Amazon wird die IP-Adresse erkannt, hier ist der Kauf zwecklos. Auf der Seite von Virgin Mega ist der Download unter zwei Voraussetzungen möglich. Du gibst bei der Erstellung deines Profils an, dass du in Frankreich lebst und du benötigst eine französische Bankkarte. Ohne geht es leider nicht.


Ich als Norddeutsche Bierliebhaberin habe in 5 Jahren Paris ganz schön gelitten. Denn 1664 und Kronenbourg sind nun wirklich kein Vergleich zu Beck’s und Co. Also habe ich mich auf die Suche gemacht nach einem Ort, an dem ich auch in Paris ein kühles Beck’s genießen kann. Und so sehr die Franzosen auch an ihrem Nationalstolz festhalten und die französische Kultur im Land bewahren wollen, unser bestes deutsches Bier hat den Weg trotzdem nach Paris geschafft!

Wer sein Bier am liebsten zu Hause trinkt, der kauft sich sein Beck’s am besten im Tante-Emma Laden. Hier findet man neben deutschen Bieren auch viele andere deutsche Spezialitäten, allerdings zu einem recht stolzen Preis. Aber ein Besuch lohnt sich trotzdem, denn wenn der kleine Hunger nach deutschem Essen kommt, das man in Paris nicht bekommt, wird man hier auf jeden Fall fündig. Ob Dr. Oetker Pudding (nicht der französische Flan, der aussieht wie Wackelpudding) oder Pumpernickel als Abwechslung zum Baguette, oder eben ein paar Flaschen Beck’s, dem Deutschen fehlt es hier an nichts. Und wer nicht findet was er sucht, bestellt es einfach bei dem Patron und bekommt es bei Bedarf auch nach Hause geliefert.

Wer sein Bier doch lieber in gemütlicher Atmosphäre mit Freunden genießt, der ist im “Café titon” bestens aufgehoben. Hier wird neben deutschen Bieren auch Currywurst angeboten. Außerdem finden im “titon” regelmäßig deutsche Veranstaltungen statt. Wer sich auf der Seite des “titon” für den Newsletter registriert, wird über anstehende Veranstaltungen auf dem Laufenden gehalten.

Auch wenn man deutsche Kultur weniger häufig antrifft in Paris als französische Kultur in Berlin, muss man doch als Deutscher trotzdem nicht auf alles verzichten in der französischen Hauptstadt.


Das aktuelle Theaterstück “Morts de rire” von Théta-Théâtre findet ihr hier und meinen Blogeintrag dazu hier.

Thétà-Théâtre ist eine deutsch-französische Theatergruppe in Berlin. Mit der Unterstützung von „La Ménagerie“, der Plattform für französisches Theater in Berlin, führt dir Gruppe im März das Stück „Les pas perdus“ auf.

Die Truppe besteht aus Deutschen und Franzosen, die schon längere Zeit in Deutschland leben. Gegründet wurde sie im April 2009 von jungen Leuten, die nicht nur vom Theater, sondern auch von der Poesie und der Vielfalt der französischen Sprache begeistert sind.

Das Stück

Der Bahnhof… weit mehr als nur Ankünfte und Abfahrten! Ort der Begegnungen, des Abschieds und Wiedersehens, Ort der Freude und Trauer. Der Zuschauer wird zum Beobachter vieler verschiedener Momente im Leben der Protagonisten und erhascht so Gesprächsfetzen und Blicke, die in einem Augenblick entstehen und sich im nächsten bereits wieder auflösen. Alsbald setzt sich der Zug des Lebens in Bewegung, ohne dass der Zuschauer dessen Ziel oder Herkunft kennt.

Wann?

21. und 22. März 2010, 20 Uhr
29. und 30. Mai 2010, 20 Uhr
- im Rahmen des Festivals der La Ménagerie e.V. vom 24. bis 30. Mai 2010

Wo?

Theaterhaus Mitte – Wallstraße 32 (Haus C) – Berlin 10179

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