Sana, 43 Jahre, aus Togo sitzt am Paris Plage und schnitzt Lampen aus Kalebasse, einer Kürbisart aus Afrika. 1991 kam er nach Frankreich, um hier seine Künste zu verkaufen und mit dem Erlös den armen Dörfern in Togo zu helfen. Als wir uns seinen Lampen nähern, beginnt er sofort uns mit voller Leidenschaft seine Lebensgeschichte zu erzählen.
Er erzählt uns von der Misere in seinem Land. Eines Nachts wurde er von lauten Schreien einer schwangeren Frau geweckt, beschreibt er weiter. Es gab Probleme bei der Geburt. Die Frau hatte keine Chance zu überleben, da es keinen Krankenwagen gab, der sie ins Krankenhaus hätte bringen können. Deswegen ist er nach Frankreich gekommen, um mit dem Geld, das er hier verdienen kann, seinem Dorf zu helfen.
Stolz erzählt er uns, dass er etwa 15 % des erwirtschafteten Gewinns für die Anschaffung eines Krankenwagens einsetzen möchte.
Seine Lampen sind echte Unikate. Keine ist wie die andere. Besonders im Dunkeln werfen die Lampen glitzernde Schatten in allen Farben an die Wand.
Es ist eigentlich nichts Ungewöhnliches, einen Schwarzafrikaner auf den Straßen in Paris anzutreffen. Es gibt viele afrikanische Restaurants, Clubs und Boutiquen in Paris, ja eine richtige afrikanische Gemeinschaft. In einigen Vierteln, wie zum Beispiel um den Gare du Nord, fühlt man sich als Europäer sogar fast wie ein Fremder, zwischen den ganzen Schwarzafrikanern. Durch die ehemaligen Kolonien in Afrika gibt es auch heute noch eine enge Verbindung einiger afrikanischer Länder zu Frankreich. Daher leben in Frankreich sehr viele Menschen aus Afrika. Ein Teil Togos gehörte zu Frankreich und hat erst 1960 seine Unabhängigkeit erlangt. Deshalb ist Französisch auch heute noch die offizielle Amtssprache in Togo.
Die Stadt Paris hat jedoch sehr hohe Auflagen für Aussteller, erzählt uns Sana. Das schrecke viele Künstler ab. Dafür ist Sana, als einer der wenigen Vertreter der schwarzafrikanischen Kultur bei Paris Plage dafür umso mehr ein Highlight.




